Wenn man immer alles hat, aber eigentlich doch nicht

Meine Stowie ist keine spezielle Stowie, sondern mehr oder weniger mein Leben. Ich denke es fing schon vor meiner Geburt an. Meine Eltern haben sehr jung geheiratet, weil das damals schlichtweg so war. Du hast jemanden kennengelernt und sofort war der Ring am Finger. Von Anfang an jedoch war es eine schreckliche Ehe. Vorallem Eifersucht dominierte die Ehe. Mittlerweile kenne ich meinen Vater zu gut, um zu wissen, dass es immer unnötig war.

Meine Mutter dachte mit einem Kind würde bestimmt alles besser werden- naiv meiner Meinung nach, aber die ältere Generation ist einfach ganz anders groß geworden und wussten es nicht besser. Also kam ich auf die Welt und alles wurde noch viel schlimmer.

Meine Eltern trennten sich, da war ich ca. 7 Jahre alt, allerdings war es auch Jahre zuvor schon eher nur ein Zusammenleben. So kann ich sagen waren meine ersten Jahre von sehr viel Gewalt und Streitereien geprägt. Ich danke Gott, dass er meiner Mutter die Kraft gegeben hat sich scheiden zu lassen. Jedes Scheidungskind (unter ähnlichen Bedingungen) würde mir recht geben und sagen, man ist froh, dass die Eltern nicht mehr zusammen sind.

Es war eine schwierige Prozedur. Scheidungsverfahren. Drohungen meines Vaters, dass er unsere Familie umbringt, wenn er mich nicht bekommt. Sorgerechtsstreit. Druck auf meine Mutter von ihrer Familie, mich abzugeben aufgrund der Drohungen meines Vaters. Dazu kam, dass nach dem Auszug mein Vater alles mitnahm und wir mit nichts dastanden, ich noch klein war und meine Mutter nicht voll arbeiten konnte. Manchmal hatte sie nicht mal genug Geld für Essen.

Zu meinem Glück durfte ich bei meiner Mutter bleiben, ging aber trotzdem regelmäßig zu meinem Vater. Mir gegenüber ist er nie gewalttätig geworden, also bestand keine Gefahr dies zu untersagen.

Mein Eltern heirateten erneut. Die Frau meines Vaters war anfangs noch „toll“, aber mit der Zeit wurde sie zum Teufel in Person. Man darf nicht vergessen, dass ich noch sehr klein war und dementsprechend vorzugsweise geweint habe, anstatt ihr meine Meinung zu geigen. Unterstützung von meinem Vater hatte ich nicht, so kam es, dass wir mittlerweile mehrere Jahre keinen Kontakt haben.

Zu meiner Mutter habe ich ein gutes Verhältnis. Jedoch habe ich auch da einiges wegzustecken gehabt. Sie hatte viel mit sich selbst zu kämpfen, da auch sie keine Unterstützung hatte. Ich stand für keinen meiner Eltern jemals im Vordergrund – ich würde sagen, bis heute nicht. Ich habe immer alles von meiner Mutter gekriegt und obwohl ich heute verheiratet und selbst Mutter bin kriege ich immer noch viel von ihr. Aber materielle Dinge füllen einen Menschen nicht.

Rückblickend würde ich sagen, war ich bis zu der Beziehung mit meinem Mann leer. Immerzu war ich allein mit mir. Ich hatte niemanden – bzw niemanden der vertrauenswürdig genug war. Falsche Freunde gibt es wie Sand am Meer.

Mit vielen Sachen habe ich zugegebenermaßen heute noch zu kämpfen, obwohl ich meine eigene Familie habe. Es ist zu viel passiert, um zu vergessen. Und heute versuche ich mein Kind mit Liebe zu überschütten, weil ich weiß, was es heißt ein Kinderzimmer voller Spielsachen zu haben, aber niemanden zu haben, mit dem ich diese Freude teilen könnte..

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