Die ewige Flucht vor meinem eigenen „Ehemann“

Hallo,
ich erzähle euch heute meine Geschichte. Vorab: Diese Geschichte ist leider genau so passiert, also bitte urteilt nicht in den Kommentaren.
Ich war 20 Jahre alt und lebte in Köln, als ich meinen damaligen Freund kennenlernte: wir nennen ihn mal Lion. Er hatte mir damals auf Instagram geschrieben – und wir haben 4 Monate geschrieben und telefoniert, bis wir uns das erste Mal getroffen haben. Es war wirklich alles sehr schön und ich hatte immer Schmetterlinge im Bauch, bis er mich nach zwei Monaten täglichem Treffen gefragt hatte, ob ich seine Freundin sein will. Dies war der schönste Tag meines Lebens – zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass es zu meinem schlimmsten Fehler werden wird (Er war 5 Jahre älter als ich). Wir waren ein Jahr zusammen – ein Jahr voller Liebe. Er war immer sehr gut zu mir. Als ich meinen Eltern von ihm erzählte, waren sie nicht begeistert und wollten, dass ich mich von ihm trenne. De Grund dafür war, dass seine Familie in der Stadt einen nicht sonderlich guten Ruf hatte. Dies ging immer so weiter, bis ich mit 21 floh und zu ihm zog – gegen den Willen meiner Eltern. Ich war jung und naiv. Die ersten zwei Monate, in denen wir zusammen lebten, lief es sehr gut zwischen uns und ich dachte, ich habe die richtige Entscheidung getroffen; bis der erste Streit kam und er handgreiflich wurde. Daraufhin habe ich ihn verlassen und bin zurück zu meinen Eltern – diese haben mich trotz allen wieder aufgenommen. Lion bettelte zu dieser Zeit mehrere Monate um Vergebung und meinte, dass sowas nie wieder vorkommen würde. Er meinte sogar, dass er sich umbringen würde, wenn ich nicht zu ihm zurück kommen würde. Ich dachte das wäre aus Liebe und nicht aus Krankheit – so verließ ich meine Eltern wieder und ging zu ihm. Ich war leider zu naiv und wusste, dass mir meine Eltern nicht nochmal verzeihen. Die ersten Monate liefen gut und wir haben sogar standesamtlich geheiratet, bis er sich komplett veränderte – er ging raus, trinkte viel, verzockte unser Geld und vieles mehr. Der Anfang der Hölle war, als ich ihn das erste mal konfrontiert hatte und er handgreiflich wurde – und das waren keine kleinen Schläge. Er schlug mich in dieser Nacht so lange, dass er mir sogar meinen Arm bruch. Und ab dieser Nacht war dies mein Alltag: Gewalt und auch Vergewaltigungen. Er vergewaltige mich jede Nacht. Ich hatte 24/7 den Druck von ihm, dass ich eh nirgends hin könnte, weil keiner mich wollte. Und ich habe ihm dies geglaubt: denn außer meiner Familie hatte ich keinen und die würden mir eh nicht verzeihen (dachte ich eben- wie gesagt: jung und naiv). Mit 22 wurde ich dann schwanger, natürlich nur durch die Vergewaltigungen, aber ich dachte mir, dass vielleicht ein Baby alles verändern würde und er wieder der Alte wird. Er hat mir die ganze Zeit gesagt, dass es besser ein Junge werden solle, denn ein Mädchen würde er sofort umbringen. Dies brachte mich dazu, auch einen Jungen zu wollen, da ich Angst um das Leben meines Kindes hätte, wenn es ein Mädchen wäre. Dann erfuhr ich, dass ich einen Jungen kriege, was mich etwas beruhigt hat. Er hat mich trotz meiner Schwangerschaft immer geschlagen und mir gedroht, dass er mich umbringen würde, wenn ich ihn verlasse. Ich bekam das Baby und lebte nur noch für meinen Sohn. Irgendwann (als mein Sohn 5 Monate alt war) konnte ich nicht mehr und habe ihm gesagt, dass ich ihn verlassen werde. Ich hatte vor, am nächsten Tag zu gehen. Er weckte mich dann um 3:30 in der Nacht: ich stand auf und er stand mit einem Messer vor mir – wie krank kann ein Mensch sein? Er meinte, wenn ich ihn verlasse, bringt er mich und meinen Sohn auf der Stelle um. Da ich Angst um mein Leben hatte, habe ich ihn gut zugesprochen und gemeint, dass ich ihn niemals verlassen würde und ich dies nur aus Wut gesagt hätte. Irgendwann konnte ich ihn überzeugen aber als Beweis sollte ich mit ihm schlafen. Von allen Male war dies das schlimmste Mal für mich. Am nächsten Tag, als er auf der Arbeit in der Baustelle war, nahm ich meinen Sohn und ging ins Frauenhaus. Ich wollte alles für immer hinter mich lassen. Er stalkte mich aber andauernd, ich wechselte die Nummer aber er fand sie immer wieder raus. Ich bin auch zur Polizei gegangen und er durfte sich mir nicht nähern. Er war was die Polizei anging immer ein Feigling, weswegen ich dachte, dass er sich daran halten würde. 1 Jahr verging und ich dachte, es wird alles gut. Er hatte sich nur mit paar Mal mit Nachrichten und Anrufe gemeldet, aber diese ignorierte ich gekonnt. Als ich eines Tages einkaufen ging – es war 19 Uhr und leider dunkel, da es Winter war, spürte er mich auf. Der Supermarkt war nur 10 Minuten zu Fuß von dem Frauenhaus entfernt und eine Abkürzung ging durch einen Park, durch den ich mit dem Kinderwagen immer ging. Aufjedenfall stand er plötzlich vor mir – packte und würgte mich und schlug mich solange auf dem Boden, bis ich bewusstlos wurde. Scheinbar hatte er auch angefangen, meinen Sohn zu schlagen, aber zu diesem Zeitpunkt hatten das Leute schon gesehen und haben ihn zurückgehalten und die Polizei gerufen – ich erinnerte mich, dass ich im Krankenhaus aufwachte mit mehreren gebrochenen Knochen. Er bekam nur ein Jahr auf Bewährung, da er scheinbar alkoholisiert war. Es hörte nie auf und ich ging auf knien zu meiner Familie und bittete um Vergebung. Sie verzeihten mir, aber auch sie konnten mich nicht vor ihm retten. Deswegen bin ich nach Kosovo gezogen und lebe dort. Ich bin heute 26 Jahre alt und glücklich. Ich habe mich auch neu verliebt aber lass es langsam angehen. Ich habe aber bis heute Angst, dass er mich selbst in Kosovo aufspürt. Ich versuche aber, mein Leben weiterzuleben – für meinen Sohn. Mir würde gesagt, dass er sich vor paar Monaten verlobt hat – also hat er womöglich ein neues Opfer gefunden. Ich wünschte, ich könnte diese Frau warnen, aber leider muss ich auf mich selbst schauen.

Falls ihr Fragen habt, wieso seine Familie nichts getan hat – diese hat nie etwas, was er getan hat, für falsch empfunden. Er ist ja ein einziger Sohn und ich habe ihn immer provoziert.

Mein Appell an die Mädchen: ihr seid nicht alleine! Toleriert keine Gewalt und seid nicht zu naiv! Ich bin 5 Jahre durch die Hölle gegangen deswegen.

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